NZZ – Zur «Earth Hour» wird die Welt heute Abend für eine Stunde dunkel – für die Umwelt

Umwelt- und Klimaschützer rufen für den heutigen Samstag zur sogenannten «Earth Hour» auf. Rund um den Globus sollen Millionen von Menschen jeweils um 20 Uhr 30 (Ortszeit) für eine Stunde das Licht ausschalten, um auf diese Weise ein Zeichen für den Klima- und Umweltschutz zu setzen.

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Analyse der Lichtemissionen der Schweiz 2019 – weiterhin Zunahme der Lichtverschmutzung

Messungen seit sieben Jahren verzeichnen eine Zunahme der Lichtemissionen. Die lichtstarken LED-Leuchten und das fehlende Bewusstsein über Wirkungen der Lichtverschmutzung begünstigen diesen Effekt. Darum fordert Dark-Sky Switzerland die seit 2017 versprochene Vollzugshilfe des Bundes für Kantone und Gemeinden. Konkrete Ansätze zum Schutz der Nachtlandschaften sind zentral für den Erhalt der Artenvielfalt und der Gesundheit.

Dark-Sky Switzerland publiziert jedes Jahr die Lichtemissionen der Schweiz. Mit der Methode der absoluten Lichtstärke und relativen Leuchtdichte entsteht eine wissenschaftlich anerkannte Messreihe. Während die Lichtstärke über die Messperiode um 0.5% pro Jahr zunimmt, schrumpft die dunkle Schweiz um 3.9% pro Jahr (fast soviel wie der Kanton Freiburg).

LED-Technologie ist energieeffizient aber nicht unbedingt förderlich für Tiere und Mensch

Lukas Schuler, Naturwissenschafter und Präsident von Dark-Sky Switzerland, meint: «Diese Entwicklung sei auf saisonale (Schnee/Nebel) und temporäre (Grossbaustellen) Effekte und den Technologiewandel (LED) zurückzuführen.» Die LED Technologie ist energieeffizient, wird aber leider verschwenderisch und nicht immer bedarfsgerecht eingesetzt. Darunter leiden Tiere und Pflanzen. Lichtverschmutzung stört ebenso den menschlichen Tag-Nacht-Rhythmus, was gesundheitliche Folgen hat (Zusammenhänge mit Medikamentenkonsum, Übergewicht, Depressionen/Suizid, Brust-, Prostata und Darmkrebs wurden international in hell beleuchteten Städten nachgewiesen).

Dark-Sky Switzerland begrüsst die parlamentarischen Vorstösse der vergangenen Wochen.

Politische Vorstösse auf eidgenössischer und kantonaler Ebene haben die Dringlichkeit des Anliegens  erkannt. Die Motion «Das Insektensterben bekämpfen» wurde vom Bundesrat bereits positiv aufgenommen. Dark-Sky Switzerland begrüsst zudem die Motion der Nationalrätin Delphine Klopfstein-Broggini (GP, GE), die den Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel zum geographischen, technologischen und gesellschaftlichen Wandel in eine umweltverträgliche Nutzung von Kunstlicht im Aussenraum fordert. Gleichzeitig wurde im Kanton Zürich eine Parlamentarische Initiative mit klaren Änderungen im Planungs- und Baugesetz lanciert, die ebenfalls in diese Richtung zielt.

Info-Box

Dark-Sky Switzerland setzt sich für den Erhalt der natürlichen Nachtlandschaften und der Artenvielfalt und den Schutz des Menschen vor Lichtverschmutzung ein. Dark-Sky Fachexperten sind seit mehr als zwanzig Jahren aktiv in der Sensibilisierung der Bevölkerung und der Beratung von Planungs- und Baugremien tätig. Die Dark-Sky Bewegung ist in der International Dark-Sky Association zusammengeschlossen und konnte 2020 die erste Dark-Sky Nation, das Niau Atoll im Pazifik auszeichnen.

Quellen:

[1] Nachtkarte der Schweiz von 2019, Dark-Sky Switzerland

[2] Die durchschnittliche Lichtstärke der Schweiz bei Nacht hat 2019 gegenüber dem Vorjahr um 1.1% zugenommen.

[3] Die nachtdunkle Fläche ist gleichzeitig um 2.3% geschrumpft.

Methode: Wissenschaftliche Publikation vom 11. Juli 2018

 

Kanton Zürich – Parlamentarische Initiative betreffend «Vermeidung unnötiger Lichtemissonen»

Trotz bestehender Vorsorge im Bundesgesetz und den kantonalen Empfehlungen nehmen die Lichtemissionen weiterhin zu.

Die vorliegende Initiative möchte Behördenverbindlichkeit schaffen und den Gemeinden die Lichtplanung in der Bau- und Zonenordnung ermöglichen.

» Geschäft im Kantonsrat KR 92/2020 (online)
» Parlamentarische Initiative KR 92/2020 (pdf)

 

NZZ – Die Befürchtung, dass am Himmel bald mehr Satelliten als Sterne zu sehen sind, ist unbegründet

Astronomen können aufatmen. Die geplanten Satelliten-Konstellationen von SpaceX und Co. dürften astronomische Beobachtungen weniger stören als zunächst gedacht. Einige Observatorien trifft es allerdings hart.

» Die Befürchtung, dass am Himmel bald mehr Satelliten als Sterne zu sehen sind, ist unbegründet

Dark-Sky Switzerland: Die Beobachtung von Auge wird durch sich bewegende Objekte immer abgelenkt und beeinflusst. Die Nachtruhe geht verloren und wie sich das z.B. auf am Nachthimmel orientierte Tiere auswirkt, steht auch noch in den Sternen. Für eine ganzheitliche Entwarnung ist es zu früh.

ESO – Neue ESO-Studie bewertet den Einfluss von Satellitenkonstellationen auf astronomische Beobachtungen

Astronomen haben kürzlich Bedenken über die Auswirkungen von Satelliten-Megakonstellationen auf die wissenschaftliche Forschung geäussert. Um die Auswirkungen, die diese Konstellationen auf astronomische Beobachtungen haben könnten, besser zu verstehen, hat die ESO eine wissenschaftliche Studie über ihre Auswirkungen in Auftrag gegeben, die sich auf Beobachtungen mit ESO-Teleskopen im sichtbaren und infraroten Bereich konzentriert, aber auch andere Observatorien in Betracht zieht. Die Studie, die insgesamt 18 repräsentative Satellitenkonstellationen berücksichtigt, die von SpaceX, Amazon, OneWeb und anderen entwickelt werden, zusammen über 26 Tausend Satelliten, wurde jetzt zur Veröffentlichung in Astronomy & Astrophysics angenommen.

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Aargauer Zeitung – Mittels Steuerung: In Scherz werden die Strassenlampen schlau

An der Habsburgstrasse in Lupfig ist eine öffentliche Beleuchtung mit einer intelligenten dynamischen Steuerung realisiert worden. Die Gemeinde Lupfig setzt auf eine topmoderne öffentliche Beleuchtung. Die Absicht ist klar: Der Energieverbrauch und die unerwünschten Lichtemissionen sollen gesenkt, die Lebensdauer erhöht werden.

» Mittels Steuerung: In Scherz werden die Strassenlampen schlau

Dark-Sky Switzerland: Nach unserem Wissensstand ist das die erste öffentliche Hauptstrasse in der Schweiz, die mit einer Farbtemperatur von 2000 Kelvin ausgerüstet ist und praktisch keinen Blauanteil enthält, dabei aber eine LED-Lichtquelle einsetzt.