1.6.2019 – Ein Schritt zur Erhaltung der Nacht

Der Bundesrat hat dem Verein Dark-Sky Switzerland aufgrund seiner über zwanzigjährigen schweizweiten Anstrengungen gegen Lichtverschmutzung auf den 1. Juni 2019 das Verbandsbeschwerderecht erteilt.

Das Verbandsbeschwerderecht erlaubt Dark-Sky als Umweltorganisation, bei Projekten mit Umweltverträglichkeitsprüfung nach Umweltschutzgesetz und bei Verletzung des Natur- und Heimatschutzgesetzes, in der ganzen Schweiz gegen übermässige Lichtimissionen zu intervenieren.

Dark-Sky Switzerland will von diesem Recht mit Bedacht Gebrauch machen und die Dunkelheit der Nacht weiterhin wirksam verteidigen: für den Erhalt der Lebensräume von Flora und Fauna der Nacht, und für die Biodiversität überhaupt.

SRF DOK – Super Sinne der Tiere – In der Nacht

Tiere, die die Nacht zum Tag machen, haben sich aus guten Gründen für die dunkle Welt entschieden: so entkommen sie Raubtieren, vermeiden die Hitze am Tag und wechseln sich mit ihren tagaktiven Nahrungskonkurrenten ab.

Das Leben in der Dunkelheit erfordert jedoch einige spezielle Fähigkeiten, um das fehlende Tageslicht auszugleichen. Sie müssen sich im Dunkeln stark auf ihren Sehsinn verlassen können und haben sich im Kampf ums Überleben perfekt an die Dunkelheit angepasst.

Eulen können leiseste Geräusche auf weite Distanz wahrnehmen. Ihr Gefieder ist zudem so aufgebaut, dass sie im Anflug auf die Beute keinen Ton verursachen. Fledermäuse hingegen orientieren sich mit Hilfe der Echoortung.

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20Minuten – So gefährlich ist LED-Licht für deine Augen

Das blaue LED-Licht kann für die Augen schädlich sein. Negativ wirkt es auch auf den Schlaf, wie eine französische Behörde warnt.

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Dark-Sky Switzerland: Eine nicht übermässige Nutzung von LED wird keine Probleme verursachen, jedoch empfiehlt die Internationale Dark-Sky Gesellschaft seit 2009 bei LED nur warmweisses Licht einzusetzen, dann stellt sich dieses Problem kaum.

 

Spiegel online – Starlink Satelliten: Vermüllt SpaceX den Nachthimmel?

Rund 12’000 Internet-Satelliten will Elon Musk mit seiner Firma SpaceX ins All schicken. Doch schon die ersten 60 von ihnen machen Astronomen nervös. Sie sind zum Teil so hell, dass sie Beobachtungen stören.

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Dark-Sky Switzerland: Unsere Kollegen aus den USA haben wie folgt Stellung bezogen (freie Übersetzung aus dem Amerikanischen):

Die Satelliten sind aufgrund ihrer reflektierenden Solarmodule und anderer Metalloberflächen nachts von blossem Auge sichtbar. In den Tagen seit ihrer Einführung wurden überall auf der Welt Sichtungen gemeldet. Die Sichtbarkeit der Satelliten, kombiniert mit einem raschen Anstieg der Anzahl der Satelliten in erdnaher Umlaufbahn, hat in der Astronomie und bei Sternguckern Besorgnis ausgelöst. Fragen zu den Auswirkungen dieser neu eingesetzten Technologie stellen sich im Rahmen des Schutzanspruches des natürlichen Nachthimmels.

Der rasante Anstieg der Zahl der Satellitengruppen stellt eine zunehmende Bedrohung für die natürliche nächtliche Umwelt und unser Kulturerbe des dunklen Himmels dar, für dessen Schutz sich die International Dark-Sky Association (IDA) seit 1988 einsetzt. Wie sich Tausende dieser sichtbaren Satelliten, die über den Nachthimmel verstreut sind, auf die nächtliche Tierwelt, das menschliche Kulturerbe oder unsere gemeinsame Fähigkeit, den Kosmos zu erforschen, auswirken werden, wurde nicht abgeklärt.

Die Anzahl der erdnahen Satelliten, die in der nächsten halben Dekade starten sollen, hat das Potenzial, die Art unserer Erfahrung mit dem Nachthimmel grundlegend zu verändern. Die IDA ist besorgt über die Auswirkungen der weiteren Entwicklung und die Genehmigung des Starts dieser Satelliten. Wir fordern daher alle Parteien auf, vor dem Einsatz neuer, grosser Satellitengruppen Vorkehrungen zum Schutz der unveränderten nächtlichen Umgebung zu treffen.

pro natura – Rettet die Insekten

Nachdem vier Verbände, die Naturfreunde Schweiz, Dark-Sky Switzerland, der Dachverband der Schweizerischen Bienenzüchtervereine apisuisse und der Schweizerische Bauernverband letztes Jahr erfolgreich die Petition zur Aufklärung des Insektensterbens lanciert haben, war man auch im Parlament und bei anderen Verbände nicht untätig geblieben.

Pro Natura lancierte die Doppelinitiative Biodiversität und Landschaft und macht nun mit einer grossen Kampagne auf die ungute Situation für die Insekten aufmerksam. An vielen Schweizer Bahnhöfen wurde dieses Plakat gesichtet:

Rettet die Insekten! Stopp Pestizide, Verlust von Lebensräumen und Lichtverschmutzung. pro natura
Im Frühling 2019 an vielen Schweizer Bahnhöfen: Rettet die Insekten Plakat von pro natura.

Unseres Wissens ist es das erste Mal, dass die Lichtverschmutzung so prominent und beinahe flächendeckend namentlich auf Plakaten in der Schweiz erscheint. Es freut uns, dass unser Kernproblem in der Gesellschaft angekommen ist und dass nun alle Schweizer darauf aufmerksam gemacht werden, dass auch Licht eine Bedrohung für die Artenvielfalt und die Nahrungsketten sein kann.

Wir verbuchen es als Erfolg von Dark-Sky Switzerland, da wir das Thema Lichtverschmutzung in die Diskussion über das Insektensterben eingebracht haben und es wissenschaftliche Belege für das Problem gibt.