Kugellampen abgeschirmt

Mit Einwilligung der örtlichen Verwaltung wurde in Langnau am Albis eine Siedlung mit 17 Kugellampen durch Rolf Schatz von Dark-Sky Switzerland gemeinsam mit dem Hausmeister in einem einzigen Tag rasch umgerüstet.

Das Prinzip

Für jede Kugellampe wird ein passgenauer Deckel aus geeignetem Kunststoff (erhältlich für 25 oder 30 cm Durchmesser) als Halbschale auf die obere Hälfte gesetzt und mit einem Spezialkleber befestigt.

Der EFFEkT

  • Bei Nacht verbessert sich die Schlafgesundheit. Über den Lampen liegende Fenster werden nicht mehr so stark aufgehellt, da weniger Licht nach oben geht.
  • Die Ausleuchtung der Wege ist mindestens so gut wie vorher, wie die Fotos mit identischer Kamera und Belichtung zeigen.
  • Die Blendung nimmt leicht ab und das erleichtert die Orientierung.

vorher

nachher

Am besten kann man die Wirkung auf die Umgebung anhand eines nahestehenden Baumes zeigen.

Vorher: Die Kugellampe taucht fast die ganze Tanne in ihr Licht.
Nachher: Der Lichtkegel der Kugellampe stört die Tanne viel weniger nach oben.

Sowohl Menschen als auch Tiere und Pflanzen können sich nahe am Siedlungsgebiet wohler fühlen, wenn mehr solche Massnahmen ergriffen werden.

Nachahmenswert

Wir freuen uns über jeden noch so kleinen und sinnvollen Beitrag zur Reduktion der Lichtverschmutzung. Das Problem muss an der Quelle gelöst werden und es ist die Summe, die das Problem verursacht.

Berichterstattung in der Zürichsee-Zeitung:

» Lichtverschmutzung: Süditalienische Lampenmützen dämmen störendes Licht (pdf)

Die Fortsetzung

Bereits im Juni wurde durch unseren Geschäftsstellenleiter Rolf Schatz die zweite Siedlung in Gattikon-Thalwil mit Kappen auf den 15 Kugellampen umgerüstet.

Ritter der Nacht 2016

Wunderbar, denkwürdig und feierlich.

20 Jahre Dark-Sky Switzerland

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Ritter der Nacht

Am 18. November 2016 feierte Dark-Sky Switzerland zusammen mit rund siebzig Gästen in Zürich das 20-jährige Jubiläum und die Vergabe des Preises «Ritter der Nacht» an das Urner Amt für Umweltschutz, vertreten durch Dr. Alexander Imhof. Er hatte veranlasst, bei den umfangreichen touristischen Bauten in Andermatt (Sawiris‘ «Chedi») nicht nur strenge Vorschriften betreffend Aussenbeleuchtung vorzugeben, sondern deren Einhaltung mit technisch innovativen Methoden auch zu überprüfen. Damit hat das Amt für die Schweiz neue Wege betreten. Für die Laudatio hatten wir Moritz Leuenberger gewinnen können.

Es war ein gelungener Anlass mit unseren Mitgliedern, mit Repräsentanten von Umweltschutzorganisationen und mit zahlreichen politischen und fachlich involvierten Persönlichkeiten aus dem Kanton Uri (bis hin zu Frau Regierungsrätin Bär), aber auch aus andern Kantonen und sogar aus dem Ausland.

Moritz Leuenberger hat uns mit Kraft und sprachlichen Spitzen, mit Humor und Geist beeindruckt und motiviert.

Alexander Imhof hat das Thema des Ritters mit Ernsthaftigkeit und Spass wunderbar ausgerollt und sich sichtlich über die Anerkennung gefreut.

Manuel Hebeisen hat gefühlvoll und mit Schalk gespielt.

Dark-Sky Switzerland hat alles getan, damit sich die Gäste wohl gefühlt haben.

Die Rede von Lukas Schuler

20 Jahre Dark-Sky Switzerland (pdf)

Die Rede von Moritz Leuenberger

muss man sich in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen und darüber nachdenken. Wer sie nachlesen möchte, sei hiermit auf das Original verwiesen: Ein Lob den Zwischentönen in der Dämmerung (pdf)

Die Rede von Roland Bodenmann

zur Bekanntgabe und Begründung des Preisträgers:
Ritter der Nacht 2016 (pdf)

Die Dankesrede von Alexander Imhof

enthält alles zum Thema Ritter der Nacht, was Relevanz hat: Dankesworte (pdf)

Der ganze Film zum Anlass

Die Fotogalerie zum Anlass

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Das Lichtmonitoring Andermatt

Die Pressemitteilung

Die Festschrift hielt das Ereignis noch einmal als Andenken für Alle fest und wurde von Marianne Biedermann geschrieben und dann auch in den andern Sprachen an die Mitglieder versandt.

Die Festschrift «Ritter der Nacht 2016» (pdf)

 

Die Petition «Zur Erhaltung der Nacht im Alpenraum» wurde erfolgreich übergeben

Medienmitteilung 11. 02.2015 Die Petition wurde durch das Projekt «13 etoiles» («13 Sterne») ausgelöst, das 2015 die Beleuchtung von 26 Walliser Berggipfeln vorsieht. Die Idee, welche keineswegs neu ist, bedroht die letzten natürlichen Rückzugsgebiete.

consegnapetizione

Die Petition verlangt vom Bundesrat, die Baunorm zur Vermeidung unnötiger Lichtemissionen im Aussenraum im Gesetz zu verankern, um die Beleuchtung auf den besiedelten Raum zu beschränken. Mehr als 5000 Unterzeichnende denken genauso. Zum schlagkräftigen Unterstützungs-Komittee haben sich auch Prominente Kantonal- und Nationalräte, Umweltschützer und Künstler aus dem ganzen Land gesellt.

Ein grosser Erfolg für Dark-Sky Switzerland. Wir hätten nicht gedacht, diese grosse Zahl an Unterschriften zu erreichen. 

Es ist wichtig, dass die ganze Alpenregion vor unnötigen Lichtemissionen geschützt wird.

Dark-Sky Switzerland hat die Petition «Für den Erhalt der Nacht im Alpenraum» adressiert an Doris Leuthard am 10. Februar 2015 ihrem Sekretär überreicht (Bild).

Petition: «Für den Erhalt der Nacht im Alpenraum»

http://www.darksky.ch/petizione

Mit besten Grüssen

Dark-Sky Switzerland
Rolf Schatz
Leiter Geschäftsstelle
Postfach
8135 Langnau am Albis

G: 044 796 17 70
info(at)darksky.ch
www.darksky.ch

 

SIA Norm 491: SN 586 491 SIA 491:2013

Dark-Sky Switzerland betrachtet die SIA Norm 491 als wichtigen Meilenstein zur Vermeidung unnötiger Lichtemissionen im Aussenraum (so heisst auch die Norm).

Die Norm kann bei der SIA in deutsch, französisch oder italienisch kostenpflichtig bezogen werden. Sie ist seit dem 1. März 2013 in Kraft.

Sie gilt für künstliches Licht von UV bis Infrarot (also hauptsächlich sichtbares Licht) vor allem im Aussenraum, jedoch auch Licht das vom Innen- in Aussenräume fällt.

Nicht dazu zählen Signallichter von Flughäfen, Häfen und Verkehrsadern.

Die Norm unterscheidet zwischen sicherheitsrelevantem Licht und dem Licht, das nur aus Werbe- oder Gestaltungszwecken installiert wird. Zweites unterliegt den Bestimmungen der Nachtruhe und soll ohne Nutzung von 22-6 Uhr abgestellt werden.

Das Bundesgericht hat die Norm bereits in Streitfällen beigezogen und die empfohlene Nachtruhe von 22-6 Uhr als im öffentlichen Interesse gewertet. Wir erachten sie daher als verbindlich.

Bei der Revision von Bau- und Nutzungs-Ordnungen (BNO, BZO) empfehlen wir, die SIA 491:2013 als Planungsgrundlage für alle Aussenbeleuchtungen verbindlich zu erklären. Das visuelle Nachtruhe-Zeitfenster kann analog zum Lärmschutz im Polizei-Reglement festgeschrieben werden.

 

 

Schlechte Wegbeleuchtung der Seehabe Bäch (SZ) wurde korrigiert

Betroffene AnwohnerInnen der Seehabe Bäch im Kanton SZ (eine Habe ist ein kleiner Hafen) wollten die von der öffentlichen Hand installierten, schlecht gelösten Wegleuchten nicht einfach so hinnehmen. Sie haben Rechtsmittel ergriffen und eine gemeinsam mit Dark-Sky Switzerland
erarbeitete vernünftige Argumentation vorgelegt.

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Foto ohne Blitz

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Foto mit Blitz

Die neuen Lampen leuchteten sowohl in den See hinaus und blendeten anlegende Boote, als auch zum Land hin zu umliegenden Anwohnern. Sie trugen wenig zur Sicherheit bei, wie ein Bild (links) im Vergleich zum Foto mit Blitz (rechts) zeigt.

Nach Vorgabe der Richter wurde schliesslich ein Gutachten von einem professionellen Lichtplaner aus einem anderen Kanton (St. Gallen) erstellt.
Dieser stellte fest, dass das Problem in diesem Fall nicht durch zu viel Licht (Immissionen) am Fenster der Betroffenen (Wohnraumaufhellung) verursacht wird, sondern dass das Problem durch die hohe Blendwirkung der Leuchtquellen erzeugt wurde (Leuchtdichte der Quellen sehr gross für eine ansonsten natürlich dunkle Umgebung).
Der Gutachter riet zur Installation von Blenden, welche die Lichtquellen gegenüber den Anwohnern und Wegbenutzern abschirmen, und stattdessen die Lichtausbeute auf den Weg lenken, was die ganze Installation auch wesentlich sicherer für die Benutzer macht, da
sie die hohen Kontraste in der Nähe der Treppenstufen vermeidet.

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Leuchte offen (blendet)

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Leuchte mit Lamellen (gegen Betrachter abgeschirmt)

Das Beispiel macht deutlich, warum Grenzwerte für Immissionen alleine nicht zielführend sind, sondern dass es bei der Lichtverschmutzung immer auch um die Vermeidung von Blendung gehen muss.

 

Neuer Sportplatz Geroldswil vorbildlich beleuchtet

Als 2007 in der Limmattaler Gemeinde Geroldswil klar wurde, dass ein neuer Sportplatz geplant ist, wandte sich unser Mitglied Kurt Wirth (seit 2013 im Vorstand) an Dark-Sky Switzerland. Er wünschte sich, dass der neue Sportplatz (links auf dem Foto) besser sein würde, als der alte (rechts auf dem Foto).

sportplatz_geroldswil

Das Foto zeigt deutlich, dass die neuen Leuchten die Nachbarn nicht blenden, 
während die alten symmetrischen Reflektoren rechts davon dies nicht verhindern.

So nahm der Elektroplaner Theo Meyer von Dark-Sky mit der Gemeinde Geroldswil Kontakt auf und machte zusammen mit den lokalen Elektrikern einen Vorschlag, der schliesslich umgesetzt wurde.

Am 29. Juli 2008 wurden die 292kg schweren Masten mit dem Helikopter gesetzt und die 25kg schweren asymmetrischen Reflektoren mit 2000W Halogen-Metalldampflampen montiert. 2×3 Masten säumen nun längsseits das Fussbaldfeld und strahlen mit einem Hauptwinkel von 64° nach unten. So kann das Spielfeld mit einer Beleuchtungsstärke von 120 Lux (nur die 1. Liga braucht 200 Lux) beleuchtet werden.

Dark-Sky Switzerland freut sich sehr, dass durch rechtzeitigen Einbezug unserer Leute in die Planung weitere Immissionen verhindert werden konnten, und dass dieses Fussbaldfeld weiterhin als Vorbild dafür dient, was mit guter Lichtplanung heute erreichbar ist. Wir danken Thomas Möckel und Theo Meyer für den Einblick in die technischen Angaben.