Behelligte Anwohner

Gemäss Bundesgerichtsentscheid sind behelligte Anwohner klageberechtigt, sofern sie im Umkreis von 100m zur Lichtquelle von Immissionen betroffen sind. Bei starken Lichtquellen dehnt sich der Umkreis auch viel weiter aus (» Gerichtsentscheide).

Sind Sie persönlich von Lichtverschmutzung betroffen? Dann handeln Sie! Hier finden Sie ein sinnvolles, schrittweises Vorgehen in konkreten Einzelfällen.

Schritt 1  Suchen Sie das klärende Gespräch
Wenden Sie sich direkt an die für die Lichtverschmutzung verantwortliche Person. Versuchen Sie das Problem im Gespräch zu lösen. Schildern Sie Ihr Anliegen, und zeigen Sie die direkte Störung durch die Lichtverschmutzung auf. Greifen Sie nötigenfalls auch auf den Flyer von Dark-Sky Switzerland zurück oder die Publikation des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) «Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen» und «Auswirkungen von künstlichem Licht auf die Artenvielfalt und den Menschen», sowie die sia Norm 491 zur «Vermeidung unnötiger Lichtemissionen im Aussenraum» zurück.

Hilfreich: «Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen» und die rechtlichen Grundlagen, bzw. Massnahmen der Kantone, sowie unser Flyer «Die Nacht braucht ihre Dunkelheit».

Sofern Sie keinen Erfolg haben…

Schritt 2  Prüfen Sie, ob Ihr Kanton bereits Empfehlungen erlassen hat
Siehe v.a. Empfehlungen der Behörden und Massnahmen  (Bund, Kantone, Gemeinden), informieren Sie sich aber auch direkt beim kantonalen Umweltamt. Das Thema «Licht» kann an verschiedenen Stellen auftauchen, z.B. unter Lichtemissionen, Luft, Nichtionisierende Strahlung oder Immissionen, bei Merkblättern, Empfehlungen, Richtlinien für Gemeinden.

  • Wenn ja, nehmen Sie diese Empfehlungen und fahren Sie damit fort bei Schritt 5 …
  • Wenn nicht, fahren Sie weiter bei Schritt 3 …

Schritt 3  Wenden Sie sich an den Kanton
Wenden Sie sich an das Umweltamt des zuständigen Kantons. Der Kanton erlässt Vollzugsrichtlinien und ist daher die zuständige Stelle, vor allem wenn er bereits ein kantonales Umweltschutzgesetz erlassen hat. Bringen Sie Ihren Fall schriftlich vor. Dokumentieren Sie die aktuelle Situation wenn möglich mit Bildern.

Hilfreich: Behördenverzeichnis der Schweiz (Kantone)

Sofern die Umweltabteilung des Kantons nicht auf Ihre Anfrage eingeht…

Schritt 4  Haken Sie nach
Fragen Sie telefonisch nach. Und weisen Sie nötigenfalls in einem weiteren Brief darauf hin, dass der Kanton verpflichtet sei, Massnahmen zu ergreifen. Fragen Sie nach, bis wann (per Datum) die Behörden entsprechende Vollzugsvorschriften erlassen werden. Weisen Sie hin auf die Publikation des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) «Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen» und «Auswirkungen von künstlichem Licht auf die Artenvielfalt und den Menschen», sowie auf die sia Norm 491 zur «Vermeidung unnötiger Lichtemissionen im Aussenraum».

Hilfreich: «Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen»  und die rechtlichen Grundlagen, bzw. Massnahmen der Kantone

Sollten Sie nach wie vor keinen Erfolg erzielen…

Schritt 5  Wenden Sie sich an Ihre Wohngemeinde
Schreiben Sie einen Brief an Ihre Gemeindeverwaltung (offizielle Adresse anschreiben) mit der Bitte um Behandlung der Angelegenheit. Dies ebenfalls unter Verweis auf die Publikation des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) «Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen» und «Auswirkungen von künstlichem Licht auf die Artenvielfalt und den Menschen», sowie die sia Norm 491 zur «Vermeidung unnötiger Lichtemissionen im Aussenraum» und natürlich die Empfehlungen Ihres Kantons oder sogar der Gemeinde. Siehe allenfalls auch in der Gemeinde-Polizeiverordnung unter Immissionen (Störungen, Strahlung/Licht).
Verweisen Sie auf das Bundesgerichtsurteil vom Dezember 2013: BGE 1C_250/2013, das die Nachtruhe für Lichter in einem Grundsatzentscheid einfordert.

Hilfreich: Behördenverzeichnis der Schweiz (Gemeinden)

Natürlich können Sie sich auch auf politischer Ebene in Ihrer Gemeinde oder in Ihrem Kanton einsetzen. Hier finden Sie Beispiele von politischen Vorstössen.

Dark-Sky Switzerland: Wir werden immer mal wieder um einem Musterbrief gebeten. Leider ist Licht eine komplexe Angelegenheit und das menschliche Auge lässt sich leicht täuschen. Viele subjektiven Probleme sind echt, aber sie können nur mit einer objektiven Messung richtig und glaubwürdig erfasst werden.

  • Funktionale, also der Sicherheit dienende Beleuchtung unterliegt vielen verschiedenen Normen, was eine korrekte Einschätzung durch nicht ausgebildete Privatpersonen beinahe verunmöglicht.
  • Für Leuchtreklamen und alle anderen gestaltenden Lichter gilt die Nachtruhe gemäss sia Norm 491 zur «Vermeidung unnötiger Lichtemissionen im Aussenraum». Hier ist es etwas eindeutiger, dass man sich gegen Lichter im Nachtruhezeitfenster wehren kann, insofern es sich um keinen nutzbringenden Betrieb (Öffnungszeiten beachten) mit Ausnahmebewilligung handelt.

Die meisten Situationen weisen ihre Besonderheiten auf, die in einem allgemein gültigen Musterbrief nicht erfasst würden. Im Zweifelsfall erkundigen Sie sich bei uns nach Fachleuten und Beratung.

 

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