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Kanton Aargau, Naturama, Birdlife – Licht und Schatten – Naturverträgliche Stadtbeleuchtung?

Kunstlicht im Aussenraum schafft abendliche Aufenthaltsqualität im Stadtraum und gibt den Menschen Sicherheit und Orientierung. Die Tier- und Pflanzenwelt leidet hingegen unter den Auswirkungen von künstlichen Lichtquellen.
Auf dem Abendspaziergang werden die vielfältigen Aspekte von Kunstlicht und Lichtverschmutzung auf Natur und Landschaft thematisiert sowie der Blick auf nachhaltige Lösungen der modernen Lichtplanung gelenkt.
Referenten sind Pascale Contesse (Stadtökologie Baden), Roland Bodenmann (Lichtplaner und Vorstandsmitglied Dark-Sky Switzerland) sowie Ursula Philipps (Kanton Aargau, Abt. Landschaft und Gewässer).

Original-Flyer von birdlife

Link auf:
» alle aktuellen Veranstaltungen von birdlife

 

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Petition – Insektensterben aufklären

Initiiert durch die Naturfreunde Schweiz, gemeinsam mit Dark-Sky Switzerland (DSS), dem Schweizerischen Bauernverband (SBV) und apisuisse (Bienen Schweiz), lancieren wir die folgende Petition:

In den letzten dreissig Jahren ist wahrscheinlich mehr als die Hälfte aller Insekten verschwunden. Das gefährdet nicht nur zahllose Tiere und Pflanzen – der Erhalt unserer eigenen Lebensgrundlagen steht auf dem Spiel. Deshalb verlangen wir von den Behörden ein rasches und konsequentes Handeln!

Wir fordern den Bundesrat und das Parlament auf:

  • Die Ursachen und die Tragweite des Insektensterbens in den verschiedenen Regionen der Schweiz wissenschaftlich fundiert aufzuzeigen und dafür umgehend genügend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.
  • Die Aktionspläne Biodiversität, Bienengesundheit und Pflanzenschutzmittel unverzüglich und konsequent umzusetzen.
  • Weitergehende, wirkungsvolle Massnahmen gegen das Insektensterben an die Hand zu nehmen, beispielsweise durch die Förderung von vielfältigen Lebensräumen und die Reduktion der Lichtverschmutzung.Die Bevölkerung für den unermesslichen Wert der Insekten für das Ökosystem und das menschliche Wohlergehen zu sensibilisieren.

Mitunterzeichnende Parlamentarier (Nationalrätinnen und Nationalräte):
Maya Graf (Grüne, BL)
Silva Semadeni (SP, GR)
Markus Ritter (CVP, SG)
Bernhard Guhl (BDP, AG)
Lisa Mazzone (Grüne, GE)
Isabelle Chevalley (GLP, VD)
Karl Vogler (CSP, OW)

Passive Unterstützung durch weitere Organisationen:
WSL
Papiliorama
Biosuisse
Vogelwarte Sempach
Greenpeace
Slow-Food Switzerland
Naturama Aarau

Link zur Petition auf insektensterben.ch

Hintergrundinformationen

Was man bei den Bienen schon länger beobachtet, zeichnet sich nun auch für viele weitere Insekten ab: Forschungsergebnisse aus Deutschland zeigen, dass in den letzten dreissig Jahren mehr als die Hälfte aller Insekten verschwunden sind. Wie stark die Schweiz betroffen ist, weiss man heute noch immer nicht genau. Doch wer sich achtet, dem fällt auf: am Tag und in der Nacht brummt und summt es heute viel weniger als früher. Fast nichts kreist mehr um die Strassenlampen. Die Windschutzscheibe bleibt auch nach langen Fahrten frei. Das klingt für einige vielleicht erfreulich, doch in Wahrheit ist es dramatisch: denn Insekten sind eine unersetzliche Grundlage unseres Ökosystems.

Helles, blauweisses Licht zieht Dutzende Insekten an. Eine licht-tolerante Fledermausart jagt sie. Foto: Lukas Schuler, Dark-Sky Switzerland

Vögel, Frösche, Fische, Igel, Fledermäuse und zahlreiche andere Tiere ernähren sich von Insekten. Ohne Insekten sind auch sie bald verschwunden. Genau so ergeht es den Wild- und Kulturpflanzen, die auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind. Das Insektensterben gefährdet also die Nahrungsmittelproduktion, ganze Ökosysteme und damit unsere eigene Lebensgrundlage!

Warum die Insekten in der Schweiz verschwinden, darüber bestehen teilweise nur Vermutungen. Klar ist, dass die intensive Prägung der Umwelt durch den Menschen eine zentrale Rolle spielt. Im Rahmen der Landwirtschaft steht u.a. der Einsatz von gewissen Pflanzenschutzmitteln im Fokus der Diskussion. Eine entscheidende Rolle dürften auch die zunehmende Überbauung und Versiegelung der Landschaft und die Lichtverschmutzung spielen. Auf jeden Fall braucht es gute Entscheidungsgrundlagen – also mehr Fakten – um die richtigen Massnahmen zu ergreifen. Und es braucht eine Information der Öffentlichkeit und der Verursacher, damit jeder – die Unternehmen, die Land- und Forstwirte, die Gemeinden, die Städte, die Kantone und der Bund und jede und jeder Einzelne von uns – seinen Beitrag leisten kann.

Wir fordern deshalb den Bundesrat und das Parlament auf, das Insektensterben unverzüglich aufzuklären, die Bevölkerung umfassend zu informieren und wirksame Massnahmen an die Hand zu nehmen. Wo der Handlungsbedarf heute bereits erkannt ist, darf nicht länger zugewartet werden. Bestehende Massnahmenpläne (Biodiversität, Bienengesundheit, Pflanzenschutzmittel) müssen sofort wirkungsvoll umgesetzt werden.

Setze jetzt ein Zeichen und unterschreibe diese Petition. Hilf mit, die Schweiz aufzurütteln!

 

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Warum unter 3000 Kelvin?

Die Idee dazu stammt aus dem Jahr 2009 von unserer Dachorganisation International Dark-Sky Association (IDA), deren Mitglied wir sind. Unsere Argumentation ist auf die Schweiz und Europa zugeschnitten und brandaktuell.

Lesen Sie unser zweiseitiges Merkblatt mit Quellenverzeichnis:
» Warum unter 3000K? (pdf)

Oder nehmen Sie diese Quellen direkt zur Kenntnis:

Internationale Organisationen haben sich für eine Reduktion der Lichtemissionen ausgesprochen

Wissenschaftliche Studien belegen schädliche Folgen für die Kreisläufe der Natur/Biodiversität

Natürliche Nachtlandschaften schützen

LED 4000K = 2.5 Mal mehr Aufhellung

Zunahme 2012-2016 +2.2% pro Jahr

Reduktion der Himmelsaufhellung

Die Farbtemperatur des Vollmondes

Lichtetikette von ANCPEN

Die Lichtetikette von ANCPEN (Dark-Sky Frankreich) beschreibt die Schädlichkeit der Lichtquelle durch verursachte ökologische Lichtverschmutzung (betroffene Fauna) und wird aus Tabelle 6 hergeleitet

In Klasse A befinden sich nur Niederdruck-Natriumdampfleuchten, die aber in der Schweiz kaum eingesetzt wurden.
In Klasse B landen die bei uns noch häufigen Hochdruck-Natriumdampflampen und die monochromen Amber-LED
In Klasse C befinden sich warme LED (der geforderte Minimalstandard unter 3000 Kelvin)
In Klasse E befinden sich neutralweisse LED
In Klasse G landen unter anderem die kalt-weissen LED, welche vielerorts bereits nach 2009 installiert worden sind.

 

 

Tagblatt – Umweltschützer kritisieren Insekten-Petition des Bauernverbands

Der Bauernverband lanciert eine Petition zum Insektensterben – und sticht damit in ein Wespennest. WWF und Pro Natura kritisieren, es brauche gerade von der Landwirtschaft nun endlich Taten.

» Umweltschützer kritisieren Insekten-Petition des Bauernverbands

Dark-Sky Switzerland: Wir betonen, dass die Petition von den Naturfreunden initiiert wurde und von Anfang an durch uns unterstützt wurde, da sonst die Lichtemissionen vergessen gehen, obwohl ihr Einfluss bedeutend sein kann, wenn es um die Insekten geht. Zum politischen Hickhack der Kollegen gibt es keinen Kommentar.

 

NZZ – Ewige Sommerzeit – «Wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger»

Die Zeitumstellung abschaffen – das wollen nicht nur viele Bürger. Auch Wissenschafter halten das Hin und Her für Unsinn. Doch sie warnen zugleich: Gelte die sogenannte Sommerzeit künftig dauerhaft, könne das schlimme Auswirkungen haben.

» Ewige Sommerzeit – «Wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger»

 

Tagesanzeiger – Wenn Sterne am Himmel Tango tanzen

Wo die Nacht noch Nacht ist: Die dänischen Inseln Mön und Nyord gehören zu den dunkelsten Gegenden von Nordeuropa. Ideal für Hobby-Astronomen, um mit ihren Teleskopen Stellung zu beziehen.

» Wenn Sterne am Himmel Tango tanzen

Dark-Sky Switzerland: Schade, dass bei solchen Angeboten die Nachhaltigkeit etwas auf der Strecke bleibt. Es gibt auch in der Schweiz Astrotourismus und es gibt Engagierte, die sich um einen Sternenpark in der Schweiz bemühen. Man soll Reisende nicht aufhalten, klar, aber wieso nicht wieder einmal Ferien in der Schweiz machen und den Himmel hier ausloten. Wieso sich nicht mit Dark-Sky Switzerland engagieren, um den Himmel in der Schweiz zu verbessern? Ist es wirklich schon soweit, dass wir uns nicht mehr für die eigene Umwelt interessieren und einsetzen?